Rund ums Thema Wildunfall gibt es viele Fragen. In unserem Ratgeber finden Sie die Antworten.

Wie hoch ist die Unfallquote durch Wild?

In 2019 wurde die bis dato höchste Wildunfallzahl von Kfz-Versicherungen registriert: 295.000 Wildunfälle. Das bedeutet, dass jeden Tag knapp 800 Pkw mit Wildschweinen, Hirschen oder Rehen zusammen. (In die Zählung fallen natürlich nur die rein, die auch eine Voll- oder Teilkaskoversicherung haben.)

Bin ich nur im Frühling und Herbst vor einem Wildunfall gefährdet?

Nein, nicht nur im Frühjahr und Herbst. Man muss das ganze Jahr mit Vorsicht hinsichtlich kreuzendem Wild auf der Straße unterwegs sein. Insbesondere in der Dämmerung und nachts müssen Autofahrer mit Wildwechsel rechnen. Sehen sie Warnschilder vor Wildwechsel, sollten sie ihre Fahrweise der Situation anpassen. Vor allem am Rand von Wiesen, Feldern und Wäldern sollten sie in der Dämmerung die Geschwindigkeit verringern und vorausschauend fahren.

Aber in der Tat ist statistisch betrachtet die registrieren Versicherungen vor allem im Frühjahr und im Herbst ein erhöhtes Unfallrisiko. Besonders groß ist die Gefahr eines Wildunfalls in den Monaten April und Mai und von Oktober bis Dezember.

Was muss ich tun, wenn ich am Straßenrand Wild sehe?

Es keine gute Idee, das Wild mit dem Fernlicht zu blenden. Das Blenden verwirrt die Tiere nur, sie verlieren die Orientierung und laufen manchmal instinktiv auf die Lichtquelle zu. Sinnvoller ist es, Wildtiere durch Hupen zu verscheuchen.

Sollten Fahrer versuchen, durch Ausweichmanöver einen Unfall zu vermeiden?

Ausweichmanöver sind definitiv keine sichere Angelegenheit. Gerade bei höherer Geschwindigkeit müssen Fahrer sehr aufpassen, dass sie beim Ausweichen nicht mit einem anderen Auto oder einem Baum kollidieren oder im Straßengraben landen. Meistens birgt die Kollision mit dem Wildtier geringere Gefahr als das Ausweichen. Klar ist aber auch: Es kann Situationen geben, in denen das Ausweichen unumgänglich oder vielleicht zumindest die bessere Handlungsalternative ist.

Nach dem Unfall liegt ein Wildtier verletzt auf der Straße. Soll ich das Tier von der Straße schaffen – auch zur Sicherheit nachfolgender Autofahrer?

Nein, wurde das Wild bei der Kollision verletzt oder getötet, sollten man es nicht berühren – unter anderem wegen möglicher Tollwutgefahr. Hierfür sind Förster bzw. Jagdpächter zuständig.

Ich habe einen Wildunfall-Schaden. Wie wird dieser reguliert?

Schäden am eigenen Auto, die durch sogenanntes Haarwild – wie Rehe und Wildschweine – verursacht werden, übernimmt die Teilkaskoversicherung. Wer eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen hat, bekommt den Schaden ebenfalls ersetzt. Denn die Leistungen der Teilkasko sind immer auch in einer Vollkaskoversicherung enthalten.

Wer nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung hat, muss den Wildschaden aus eigener Tasche bezahlen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt Sachschäden an fremden Fahrzeugen, wenn man einen Unfall verursacht hat. Gleiches gilt für Personenschäden.

Was ist bzgl. einer zügigen Regulierung des Schadens durch meine Versicherung zu beachten?

Nach dem Unfall sollten Autofahrer ihre Versicherung zeitnah kontaktieren. Das sollte auf jeden Fall geschehen, bevor irgendwelche Reparaturen am Auto vorgenommen werden. Damit der Schaden schnell reguliert werden kann, ist vor allem die Wildunfallbescheinigung der Polizei, des Försters oder Jagdpächters wichtig. Zudem sind Fotos vom Unfallort, vom angefahrenen Tier und vom Auto hilfreich.

Was ist, wenn ich dem Wild ausgewichen bin und im Graben gelandet bin, zahlt die Versicherung?

Das kommt darauf an: Für die Leistung der Teilkasko ist entscheidend, ob es tatsächlich einen Wildwechsel mit Haarwild gab und der Fahrer deshalb ausgewichen ist. Hier ist der Fahrer gegenüber seiner Versicherung in der Beweispflicht. Dem Versichertem steht in diesem Fall ein sogenannter erweiterter Aufwendungsersatz zu. In dieser Situation sollten Autofahrer sich z.B. kundig machen, ob es frische Wildspuren gibt, entweder beim Jäger oder gleich selbst fotografieren.

Über die Teilkasko sind Schäden durch Haarwild versichert. Wie sieht es bei Zusammenstößen mit anderen Tieren aus?

Unter Haarwild sind lt. Bundesjagdgesetz folgende Tiere gelistet: Dam- und Rotwild (Hirsche, Rehe), Wildschweine, Füchse, Luchse, Wildkaninchen, Marder sowie Feld- und Schneehasen. Unfälle mit diesen Tieren werden standardmäßig von der Teilkasko ersetzt. Ein Zusammenstoß mit einem Wolf wäre demnach aber z. B. nicht abgedeckt.

Einige Kfz-Versicherungen haben ihren Schutz in der Teilkasko zusätzlich auf Unfälle mit bestimmten weiteren Tieren ausgeweitet. Die Kfz-Teilkaskoversicherung leistet in diesem Fall zum Beispiel auch bei Schäden durch andere Wirbeltiere wie etwa Pferden, Rindern, Schafen und Ziegen. Manche Versicherungen gehen noch einen Schritt weiter und weiten den Versicherungsschutz auf Tiere aller Art aus. Wenn also „Tiere aller Art“ im Versicherungsvertrag aufgenommen sind, dann wäre auch der Unfall mit dem Wolf versichert.

Für den Camper, die Einrichtung, das Mobiliar sowie das Gepäck gibt es einiges zu beachten.

Diesen Sommer ist touristisches Reisen zu großen Teilen endlich wieder möglich. Durch die Corona-Pandemie wurde auch bei uns in Deutschland das Campen mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen explosionsartig zum neuen Urlaubstrend. Lt. Statista stieg die Zahl der zugelassenen Wohnmobile seit 2019 um 18 Prozent an – eine beachtliche Zahl. Versicherungstechnisch gibt es hier aber – im Vergleich zum sonstigen Reisen – einige Aspekte, auf die Sie achten sollten. Wir klären Sie auf, damit Sie sorglos in Ihren Campingurlaub starten können.

Versicherung für Fahrzeug und Einrichtung

Wenn man Halter eines Wohnmobiles ist, ist es genauso wie bei PKWs gesetzlich vorgeschrieben, eine Kfz-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Diese Versicherung ist sehr wichtig, wenn Sie einen Unfall haben, da sie für die Schäden der Unfallopfer beteiligter Verkehrsteilnehmer sowie für Schäden an weiteren Insassen im Wohnmobil aufkommt, bis zur vertraglich vereinbarten Mindestsumme. Sie ersetzt also Schäden, die Sie mit Ihrem Wohnmobil anderen Menschen, ihren Sachen und ihrem Vermögen zufügen.
Für alle weiteren möglichen Schäden an Ihrem Wohnmobil ist es empfehlenswert, eine Voll- oder Teilkaskoversicherung abzuschließen. Für Schäden durch Feuer oder Naturgewalten, durch Zusammenstöße mit Haarwild oder Steinschlägen sowie Glasbruch und Diebstahl kommt die Teilkaskoversicherung auf. Die volle Absicherung erhalten Sie, wie der Name schon sagt, über die Vollkasko. Diese sichert zusätzlich zum Umfang der Teilkasko auch Schäden durch selbstverschuldete Unfälle sowie Schäden durch Vandalismus oder böswillige Beschädigung ab.

Wie ist mein Mobiliar und Gepäck versichert?

Grundsätzlich ist Diebstahl über die Kaskoversicherung auch abgedeckt. Aber Vorsicht: Diebstahl ist nur versichert, wenn es sich um fest verbaute Teile des Wohnmobils oder Wohnwagens handelt (Bordcomputer, Kühlschrank, o.ä.). Alle losen Gegenstände bzw. Gepäck, vor allem wertvolle Sachen wie Tablets, Laptops oder Smartphones sollten Sie über eine zusätzliche Versicherung vor Diebstahl schützen. Hierbei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Beispielsweise ist die Mitversicherung in guten Hausratversicherungen (gegen Aufpreis) möglich oder Sie können einen gewissen Schutz über eine Reisegepäckversicherung abschließen. Wir empfehlen Ihnen jedoch die (Auto-)Inhaltsversicherung. Diese wird im Fall von Campern/Wohnwägen speziell auch darauf zugeschnitten und greift, wenn das Inventar bzw. die losen Teile im Fahrzeug durch Einbruchdiebstahl, Unfall, Brand und sogar Überschwemmungen (auch Sturm, Hagel, Blitzschlag) beschädigt werden.

Gut zu wissen: Fahrräder sollten Sie grundsätzlich über eine separate Fahrradversicherung, da nur so voller Schutz für Ihren Wegbegleiter besteht.

Überschwemmung durch Starkregen? Man denkt gerne mal, es wird einen schon nicht treffen. Doch leider werden die schweren Hitzegewitter im Sommer immer unberechenbarer und die finanziellen Folgen eines solchen Schadens können enorm ausfallen. Es ist ratsam, sich gegen diese Gefahr abzusichern.

Starkregen und Elementarversicherung

Gerade in den Sommermonaten steigt das Risiko eines folgeschweren Starkregens. Durch die hohen Temperaturen und die andauernde Hitze kommt es dazu, dass die Grünflächen und der Erdboden austrocknen.

Die trockenen Flächen können das Regenwasser nicht aufnehmen, es kommt zur Überschwemmung und zu verhängnisvollen Schäden.

Da sich das Wasser seinen Weg sucht, bleibt das eigene Zuhause meist nicht verschont.

Die Elementarversicherung gibt Schutz

Durch den Abschluss einer Elementarschadenversicherung, im Rahmen Ihrer Wohngebäude- oder Hausratversicherung, können Sie sich vor den finanziellen Folgen eines solchen Ereignisses schützen.

Die Starkregen-Saison fängt im Mai an und hat im Juli ihren Höhepunkt. Durch den Klimawandel können Unwetter zukünftig auch immer eher auftreten. So wurden auch bereits im Winter schon schwere Gewitter beobachtet. Es ist also absolut empfehlenswert, den Abschluss dieser Versicherungslösung so schnell wie möglich vorzunehmen.

Auf diesen Vertragsbestandteil sollten Sie achten

Aber nicht nur die Elementarschadenversicherung ist eine Absicherung, auf die aufmerksam gemacht werden sollte.

Starkregen ist nicht immer gleich ein Elementarschaden. Hierfür muss nach solch einem Ereignis nämlich das Grundstück flächenmäßig überwiegend überschwemmt worden sein.

Was also, wenn zwar ein Starkregen über mein Haus zieht, jedoch bspw. nur der seitliche Kellereingang überschwemmt wird? Um auch hier eine Versicherungsleistung zu erlangen, empfehlen wir zusätzlich zur Elementarschadenversicherung den Einschluss der sogenannten „unbenannten Gefahren“.

Aber was genau versteht man unter „unbenannten Gefahren“?

Zum einen den oben angesprochenen Umstand, zum anderen aber auch Schäden, die bspw. durch folgende Ursachen entstehen:

  • Wind unter Windstärke 8
  • Anprall von Gegenständen am Gebäude
  • Hagel verstopft eine Abflussleitung und es kommt zur Überschwemmung
  • Verstopfte Abläufe des Flachdaches und daraus entstehender Wassereintritt ins Gebäude

Eine Handvoll Anbieter haben diesen Baustein im Repertoire und bieten entsprechenden Versicherungsschutz.

Was Sie über Multikopter, Quadrokopter oder Drohnen wissen sollten.

„Wenn wir Flügel hätten, hätten wir nie das Flugzeug erfunden“. Der Satz des tschechischen Schriftstellers Pavel Kosorin gilt vermutlich auch für die Erfindung der kleinen ferngesteuerten Flugkörper, auch Multikopter genannt. Beinahe 500.000 gibt es davon in Deutschland, wobei ein Ende des Hypes längst nicht in Sicht ist. Die einfache Steuerung und technische Ausstattung verhelfen den Hobbypiloten zu exzellent scharfen Fotound Videoaufnahmen und bereiten ihnen eine Menge Spaß. Doch welche gesetzlichen Vorschriften gibt es? Welche Risiken bergen Multikopter und wie können Sie mit einem sicheren Gefühl damit abheben? Dies und mehr erfahren Sie in diesem Artikel.

Versicherung von Multikoptern

So können Sie sicher abheben

Multikopter gelten als (unbemannte) Luftfahrzeuge, deren Nutzungsmöglichkeit vom Kinderspielzeug bis hin zum professionellen Werkzeug für Gewerbetreibende variiert.

Bereits günstige Einsteigermodelle verfügen über technische Ausstattung, die eine Steuerung auf weite Distanz und große Höhen auch Neulingen ermöglicht. Unabhängig von der Nutzungsart resultiert aus der Benutzung ein gewisses Gefahrenpotential, das sich unter anderem bei einem Absturz oder Zusammenprall mit Personen oder Gegenständen während des Fluges realisieren kann. Für Schäden, die durch das Steuern des Flugobjekts im öffentlichen Luftraum verursacht werden, gilt die sogenannte Gefährdungshaftung. Hierbei ist es egal ob ein schuldhaftes Handeln vorliegt oder nicht. Wird Ihr Multikopter beispielsweise von einem Wind erfasst und stürzt aufgrund dessen auf ein parkendes Fahrzeug, kann der Fahrzeugbesitzer Schadensersatz von Ihnen als Pilot fordern. Um im Falle eines Schadens an Dritten oder deren Eigentum den Schadensersatz für diese sicherzustellen, schreibt das Gesetz in Deutschland eine Versicherungspflicht für Halter von Luftfahrzeugen vor. Dazu zählen jegliche Arten von Multikoptern, unabhängig davon, ob diese privat oder gewerblich genutzt werden.

Drohnen-Haftpflichtversicherung

Bei privater Nutzung

Wie kann eine solche Drohnen-Haftpflichtversicherung aussehen? Sofern der Multikopter ausschließlich zu privaten Zwecken eingesetzt wird, kann bereits eine private Haftpflichtversicherung adäquaten Versicherungsschutz bieten. Grundsätzlich sind die Fragen zu klären, ob die jeweilige Privathaftpflichtversicherung überhaupt Deckung gewährt und wenn ja, ob diese für die betroffene Drohne angemessen ist. Für die Mitversicherung über die Privathaftpflichtversicherung ist die ausschließlich private Nutzung zu Sport- und Freizeitaktivitäten Voraussetzung und zusätzlich abhängig vom Startgewicht der Drohne. Zudem existieren separate Drohnen-Haftpflichtversicherungen, die lediglich das Risiko im Zusammenhang mit dem Steuern von Multikoptern abdeckt.

Bei gewerblicher Nutzung

Doch was, wenn eine gewerbliche Nutzung vorliegt? Immer häufiger nutzen Dachdecker- oder Baubetriebe das hochtechnisierte Flugobjekt zur Begutachtung von beispielsweise Gebäuden und Baustellen, um neben Baufortschritten mögliche Schäden einfach erkennen zu können. Analog zur privaten Nutzung kann eine vorhandene Versicherung möglicherweise ausreichend Schutz bieten. Gute Betriebshaftpflichtversicherungen beinhalten auch eine Deckung für betrieblich eingesetzte Multikopter. Diese werden durch die voranschreitende Technisierung auch immer häufiger in der Landwirtschaft eingesetzt und stellen ein nützliches Hilfsmittel dar. Mit montierten Sensoren können die Multikopter beispielsweise große Felder überwachen, Ernte und Wassergehalt des Bodens inspizieren und bei Schädlingsbefall proaktiv Pestizide abwerfen. Eine landwirtschaftliche Haftpflichtversicherung kann mit der möglicherweise inkludierten Deckung für landwirtschaftlich eigesetzte Drohnen Abhilfe schaffen. Neben der effizienten Bewirtschaftung von Feldern und Wiesen, werden diese insbesondere in den Monaten April und Mai zusätzlich von Koptern mit sogenannten Wärmebildkameras zu Maßnahmen des Tierschutzes überflogen. Damit suchen Jäger und Tierschützer gezielt Wiesen vor dem Mähen nach jungen Rehkitzen im hohen Gras ab, um diese vor dem Mähtod zu retten.

Bei speziell einsetzbaren Multikoptern und solchen über fünf Kilogramm Startgewicht ist der Abschluss einer speziellen Drohnen-Versicherung erforderlich. Hier sollten Sie darauf achten, dass die Vertragsbedingungen auf Ihr Fluggerät abgestimmt sind.

Drohnen-Kaskoversicherung

Für Schäden an Dritten hat also der Pilot den Schadensersatz zu tragen, der wiederum durch eine gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung gedeckt sein kann. Doch Vorsicht: Schäden am eigenen Multikopter müssen gesondert abgesichert werden. Die Hausrat- oder Inhaltsversicherungbietet hierbei in der Regel keinen passenden Versicherungsschutz, da die Versicherer häufig explizite Leistungsausschlüsse hierfür definieren. Dabei ist es irrelevant, ob die Drohne gestohlen oder bei einem Wohnungsbrand respektive beim Fliegen zerstört wird. Analog zur Kfz-Versicherung kann die Kaskoversicherung (Drohnenkasko) eine adäquate Lösung sein. Egal ob die Drohne durch einen Unfall, Bedienungsfehler oder Diebstahl zu Schaden oder abhandenkommt, der Versicherer erstattet Ihnen unter anderem die Reparaturkosten oder den Neu-/ Zeitwert im Falle eines Totalschadens. Da die Anschaffungskosten für einen vielseitig einsetzbaren Multikopter schnell denen eines guten Gebrauchtwagens entsprechen, kann eine solche Absicherung durchaus ratsam sein.

EU-Drohnenverordnung 2021

Bevor Sie mit Ihrem unbemannten Flugmodell abheben, sollten Sie beachten, welche Vorschriften eingehalten werden müssen. Seit dem 31.12.2020 gilt die neue EU-Drohnenverordnung, mit der sich einige Änderungen ergeben haben. Eingeführt wurde unter anderem die Registrierungspflicht beim Luftfahrtbundesamt (LBA) als Pilot für alle Multikopter. Die neue Kennzeichnungspflicht besagt, dass die EU-Drohnen-Registrierungsnummer / Betreiber-ID (eID) gut sichtbar auf dem Luftfahrzeug aufzukleben ist und den vorgeschriebenen Eigenschaften (feuerfest, aus Aluminium, lasergraviert) entsprechen muss. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, versieht die Plakette zusätzlich mit der eigenen Telefonnummer oder Mailadresse, um im Falle eines Absturzes oder Verlustes möglicherweise vom Finder kontaktiert werden zu können. Bei Multikoptern über 250 Gramm ist zudem ein System zur Fernidentifizierung notwendig, welches permanent die eID des Kopters übermittelt und somit während des Fluges identifiziert und dem Piloten zugeordnet werden kann.

Drohnenführerschein

Exakt wie beim Autofahren wird zum Fliegen der Multikopter eine entsprechende Berechtigung benötigt. Dabei gibt es zwei Arten von Drohnenführerscheinen: Der sogenannte EU-Kompetenznachweis – auch kleiner Drohnenführerschein genannt – sowie das EU-Fernpiloten-Zeugnis (großer Drohnenführerschein). Je nach Klasse, Gewicht und Einsatz der Drohne ist mindestens der kleine EU-Drohnenführerschein oder zusätzlich die Erweiterung durch das EU-Fernpiloten-Zeugnis für größere Drohnen erforderlich. Dieses setzt neben dem Online-Training mit anschließendem Test und Onlineprüfung beim kleinen Drohnenführerschein außerdem eine Theorie-Prüfung bei einer dafür zertifizierten Prüfstelle voraus. Nach fünf Jahren sind beide Führerscheine mit erneuter Prüfung aufzufrischen.

Flugverbotszonen

Seit dem 31.12.2020 gelten weitere gesetzliche Einschränkung des Fluggebietes, die insbesondere für Bereiche wie Naturschutzgebiete, Einsatzorte der Polizei und Feuerwehr sowie die Nähe von Flughäfen ein Flugverbot vorschreibt. Ebenfalls nicht geflogen werden darf über Wohnungsgrundstücken mit Drohnen über 250 Gramm oder unbemannten Flugobjekten, die akustische oder optische Signale aufzeichnen oder übermitteln können. Grundsätzlich gilt eine maximale Flughöhe von 100 Meter, die ausschließlich auf Modellflugplätzen überschritten werden darf.