Ein Überblick, ob und wie sie gegen Auswirkungen des Coronavirus abgesichert sind.

Das Thema Corona wirft hinsichtlich Versicherungsschutz viele Fragen auf. Das betrifft Reisekosten, Krankenschutz, Homeoffice oder Betriebsausfall.

Die Corona-Pandemie bestimmt derzeit unseren Alltag. Neben gesundheitlichen Aspekten beschäftigen viele vor allem auch Versicherungsfragen. Urlaubsstornierung wegen Einreiseverbot oder aus Ansteckungsangst, Versicherungsschutz im Homeoffice oder Veranstaltungsausfall, Betriebsschließung & Co. – das sind nur einige Themen. Die wichtigsten Versicherungsfragen für Privatpersonen und Gewerbetreibende haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Die nachfolgenden Antworten geben eine erste Orientierung. Wenn Sie einen konkreten Versicherungsfall haben, nehmen Sie Kontakt mit uns auf, so dass wir Ihren individuellen Leistungsfall prüfen können.

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FAQs für Privatpersonen: Rund ums Reisen

>> Ich kann meine Reise nicht antreten, da ich mit dem Coronavirus infiziert bin. Zahlt die Reiserücktrittsversicherung?

Die Reise-Rücktrittsversicherung schützt Sie, wenn Sie wegen einer unerwarteten und schweren Erkrankung von Ihrer Reise zurücktreten müssen. Sind also die Krankheitserscheinungen von Covid-19 stark, dann wird die Reiserücktrittsversicherung greifen.

Wenn Sie allerdings positiv getestet wurden und sich so weit aber gut fühlen, muss die Übernahme der Stornokosten in diesem Einzelfall entschieden werden. Es kommt auf die Bedingungen der jeweils abgeschlossenen Versicherung, die konkreten behördlichen Maßnahmen und die weitere Verbreitung des Virus an. Erkrankte bzw. Infizierte sollten sich deshalb zur Klärung dieser Frage mit uns in Verbindung setzen.

>> Die Reise nicht anzutreten, da man Angst hat zu erkranken, stellt kein versichertes Ereignis dar.

Auch Einreisebeschränkungen (wie zum Beispiel aktuell USA) werden im Rahmen der Reiserücktrittskostenversicherung nicht aufgegriffen. In diesen Fällen müssen Sie sich an den jeweiligen Reiseveranstalter wenden.

>> Wie bin ich versichert, wenn ich mich auf einer Reise mit dem Coronavirus infiziere?

Wir empfehlen Ihnen grundsätzlich bei Reisen ins Ausland eine private Auslandskrankenversicherung abzuschließen – vollkommen unabhängig von der jetzigen Corona-Pandemie. Eine Auslandskrankenversicherung kommt für die Kosten einer Behandlung im Ausland auf, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht abgedeckt sind. Wenn Sie wegen einer Corona-Infektion in Behandlung müssen, sind diese Kosten über die Auslandskrankenversicherung ebenfalls abgedeckt.

>> Kann ich eine Pauschalreise kostenlos stornieren?

Reisende können eine Pauschalreise kostenfrei stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen Nähe „unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände“ auftreten, die den Aufenthalt am Urlaubsort oder die Reise dahin erheblich beeinträchtigen. Ein mögliches Indiz dafür ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Eine solche Reisewarnung ist aber nicht zwingend notwendig, die Voraussetzungen für eine kostenfreie Stornierung können auch ohne Reisewarnung gegeben sein. Kontaktieren Sie Ihr Reisebüro bzw. Ihren Reiseveranstalter, wenn Sie Ihre Reise nicht antreten möchten.

>> Kann ich eine Individualreise kostenlos stornieren?

Mit der Schließung der Grenzen haben auch Individualreisende mehr Stornierungsmöglichkeiten. Denn normalerweise haben Individualreisende wegen unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände kein rechtliches Instrument und bleiben regelmäßig auf einem Schaden selbst sitzen, wenn sie die Reise deshalb absagen oder abbrechen.

Wenn Sie die individuell gebuchte Unterkunft wegen der Grenzbeschränkungen nicht nutzen können, müssen Sie auch nicht dafür bezahlen. Viel spricht dafür, dass dies auch gilt, wenn die Unterkunft nicht erreichbar ist oder nicht touristisch genutzt werden soll. Aber Achtung: Grundlage ist deutsches Recht. Etwas anderes kann gelten, wenn Sie eine Unterkunft direkt beim Eigentümer im Ausland gebucht haben und das dortige Recht greift. Das ist etwa der Fall, wenn Sie direkt beim österreichischen Betreiber eines Bergchalets gebucht haben.
Entsprechendes gilt für Flugreisen, die Sie aufgrund von Ein- bzw. Ausreisebeschränkungen nicht antreten können. Werden die Flüge von den Fluggesellschaften abgesagt, haben Sie die Wahl zwischen der Erstattung des Flugpreises, wenn Sie den Flug nicht mehr antreten wollen, oder einem Ersatzflug zu einem späteren Zeitpunkt.
Auch wenn die Airline den Flug trotz der Reisebeschränkungen durchführt, muss nach unserer Ansicht der Flugpreis erstattet werden, wenn Sie einem Einreiseverbot unterliegen.

Ob Ihnen mit der Annullierung eines Fluges zusätzlich Entschädigungszahlungen nach der Fluggastrechteverordnung zukommen, hängt davon ab, ob sich das Flugunternehmen seinerseits auf unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände berufen kann. Da das pauschal schwer zu beurteilen ist, empfiehlt es sich, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Dabei kann Sie die kostenlose „Flugärger-App“ der Verbraucherzentrale unterstützen.

FAQs für Privatpersonen: Fragen rund um Kranken-, Unfall- und Risikolebensversicherung

>> Ich bin privat krankenversichert und werde von meinem Arbeitgeber in Kurzarbeit geschickt. Bleibe ich weiter privat krankenversichert?

Wird ein Arbeitnehmer aktuell durch Corona in Kurzarbeit geschickt und fällt mit seinem Entgelt unter die JAEG, hat das keine Auswirkungen auf seinen Versicherungsstatus. Der Arbeitnehmer bleibt weiterhin versicherungsfrei. Damit wird seine PKV unverändert fortgeführt.

>> Mit Corona infiziert – Greift die Infektionsklausel der privaten Unfallversicherung?

Die private Unfallversicherung springt ein, wenn ein Unfall dauerhafte körperliche oder geistige Beeinträchtigungen nach sich zieht oder sogar zum Tod führt. Es gibt inzwischen einige Angebote am Markt, die auch für die Folgen unterschiedlicher Infektionskrankheiten einstehen.
Für die Leistungen des Versicherers ist immer der individuelle Vertrag die Basis. Unsere Empfehlung ist, sich immer direkt an den Versicherer zu wenden und mit ihm bestehende Fragen zu klären.

>> Zahlt meine Risikolebensversicherung, wenn ich an Corona sterbe?

Für Todesfallleistungen aus einer Risikolebensversicherung bedeutet die Corona-Epidemie keinerlei Einschränkung. Unabhängig von der Todesursache, also auch wenn sich Versicherte infizieren und an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung versterben, leistet die Risikolebensversicherung wie vereinbart. Gleiches gilt auch für Todesfallleistungen aus Lebensversicherungen.

>> Ich verdiene nun weniger und möchte den Beitrag zu meiner Rentenversicherung senken oder notfalls auflösen. Geht das?

Sofern Sie sicher gehen wollen, dass Ihnen die bisherigen Vertragskonditionen (z. B. garantierter Rechnungszins) erhalten bleiben sollen, empfehlen wir eine Stundung der Beiträge. Damit erhalten Sie zudem einen evtl. enthaltenen Risikobaustein (Todesfallschutz, Berufsunfähigkeitsschutz) aufrecht! Andere Alternativen könnten eine kurzfristige Unterbrechung/Beitragsfreistellung sein, wobei aber auf die Aufrechterhaltung der bisherigen Konditionen geachtet werden muss bzw. ab welcher Dauer die Wiederinkraftsetzung zu neuen Konditionen erfolgt. Oder auch eine Senkung des Sparbeitrags ist problemlos möglich (Rückkehr zum alten Sparbeitrag allerdings nicht generell möglich bzw. abhängig von den Vertragsbedingungen)!

Zudem bieten viele Verträge auch eine Entnahmemöglichkeit von Vertragsguthaben und Lebensversicherungen auch die Möglichkeit eines „Policendarlehens“, welches ohne Bonitätsnachweis in Anspruch genommen werden kann und flexible zurückgezahlt werden kann (z. B. auch erst am Ende der Laufzeit vom Auszahlungsbetrag abgezogen wird).

Eine mögliche Auflösung des Vertrags wäre sicherlich mit den größten Nachteilen verbunden!

Wir helfen Ihnen gerne bei der Suche nach der besten Lösung!

>> Wegen Corona muss ich die Beiträge für meine Berufsunfähigkeitsrente auf den Prüfstand stellen. Können Sie mir dabei helfen?

Solange Sie arbeiten, ist ein Berufsunfähigkeitsschutz auf jeden Fall notwendig! Deshalb empfehlen wir hier bzgl. eines Engpasses vorrangig eine Stundung der Beiträge. Damit bleibt der Versicherungsschutz in voller Höhe erhalten!

>> Aufgrund von Kurzarbeit verdiene ich weniger und meine Familie ist privat zusatzversichert. Eine Kündigung ist nicht möglich, aber lassen sich die Beiträge günstiger gestalten?

Viele Gesellschaften bieten befristet das Ruhen für Beiträge von Zusatztarifen an. Gehen Sie auf uns zu, wir erkundigen uns bei Ihrem Versicherer nach den Möglichkeiten.

FAQs für Privatpersonen: Alles rund um die Arbeit

>> Ich arbeite jetzt im Homeoffice. Bin ich weiterhin über meinen Arbeitgeber während der Arbeit unfallversichert?

Wenn Sie im Homeoffice arbeiten, sind Sie weiterhin über Ihren Arbeitgeber während der Arbeitszeit unfallversichert. Als Ausnahme gilt hier jedoch der Weg in die private Küche zum Kaffee holen, das Entgegennehmen privater Post, o. ä. Wenn Sie hierbei z. B. auf der Treppe stürzen und einen Bruch erleiden, ist dies nicht über die Unfallversicherung des Arbeitgebers abgedeckt. Stürzen Sie jedoch z. B. auf dem Weg vom Bett zum Schreibtisch, wäre dies versichert, da dies dem „Arbeitsweg“ gleichkommt.

>> Muss ich aus dem Homeoffice irgendwelche Besonderheiten im Umgang mit Privat-PC und Geschäftsdate beachten?

„Hackergruppen“ machen sich die Panik um Corona zu Nutze und starten Phishing-Angriffe mit „offiziellen“ Corona-Informationen. Vor allem jetzt, wenn viele im Homeoffice arbeiten, schlagen Cyber-Kriminelle an dieser Stelle besonders zu. Daher haben wir für Sie wichtige Tipps, die Sie bei der Arbeit im Homeoffice beachten sollten.

Setzen Sie starke Passwörter

Ob im Homeoffice oder woanders: Starke Passwörter sind die Grundlage für sicheres digitales Arbeiten. Was genau ein starkes Passwort ausmacht und warum es wichtig ist, dass Sie dies nicht zugänglich irgendwo notieren, erfahren Sie im >> Video unseres Cyber-Partners „Hiscox“.

So erkennen Sie Phishing-Angriffe und können sie abwehren

Phishing ist heutzutage eine der größten Cyber-Bedrohungen, sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen. Lernen Sie im >> Video, wie Sie professionelle Phishing-Angriffe durchschauen – und vereiteln können!

>> Was passiert mit meinem Gehalt, wenn mein Betrieb wegen der örtlich angeordneten Quarantäne geschlossen wurde?

Wenn Ihr Betrieb wegen einer behördlich angeordneten Quarantäne geschlossen wurde, Sie aber nicht krank sind, bekommen Sie weiterhin Ihr Gehalt ausgezahlt. Denn obwohl Ihr Arbeitgeber die Betriebsstörung nicht verschuldet hat – schließlich handelt es sich um eine behördlich angeordnete Schließung – trägt er das Risiko für seinen Betrieb. Somit muss er auch die Gehälter weiterzahlen. Das Geld kann sich Ihr Arbeitgeber später von der zuständigen Behörde erstatten lassen.

Sollte sich Ihr Arbeitgeber weigern, Ihr Gehalt weiterzuzahlen, wenden Sie sich direkt an die Behörde, die die Quarantäne angeordnet hat. Über das >>Postleitzahlen-Tool des Robert-Koch-Instituts können Sie nachschauen, welches Gesundheitsamt für Sie zuständig ist.